Böse Texte

Hier können alle Texte nachgelesen werden, die ich in unregelmäßiger Reihenfolge zu den absurden Vorkommnissen in Hagen publiziere.

Der Zustand unserer Welt, unserer (Rest)-Demokratie ist übrigens auch häufig das Sujet, mit dem ich mich auseinandersetze - und das durchaus - der Situation angemessen - satirisch, ironisch, BÖSE.

In erster Linie erscheinen sie auf der Website www.doppelwacholder.wordpress.com - aber auch auf Facebook und anderen Online-Portalen. 

 

 

Schlussgedanken

 

von Christoph Rösner

 

Was war? Was kommt? Wer weiß das schon genau? Wir meinen, zu wissen, was war. Aber war das, was wir zu wissen meinen, auch wahr? Wahr im Sinne von authentisch, nachprüfbar, falsifizierbar?

Oder war das, was wir als wahr angenommen haben, nichts als gemachte Wahrheit, von der wir glauben, dass nur sie die Ganze sein kann?

Fragen über Fragen am Ende eines Jahres, das wir so wohl noch nicht erlebt haben. Wahr ist wohl, dass sich das, was wir irgendwie überstanden zu haben glauben, sicher noch steigern lässt. Weil sich ja alles ins Unendliche steigern lässt: das Wachstum, die Renditen, die Aktiengewinne, der Profit … und eben auch der Irrsinn, die Paradoxien, die wir nur durch hektisches Nochmehr auszuhalten versuchen, weil man uns ja geschickt und allmächtig zwingt, dem Glücksversprechen hinterher zu hecheln, während sich Neofaschisten im bunt-schillernden Kostüm der Demokraten aufmachen, alles mühsam erlernte Wahre ins Gegenteil zu verkehren.

Von Dresden bis Washington, von Warschau bis Budapest, von Russland bis Pjöngjang werden neue Wahrheiten generiert, die wir fressen sollen. Bei unseren Luxusgütern und verdreckten Lebensmitteln funktioniert es ja schon blendend. Und auch sonst – schöne Bildchen auf Facebook oder Instagram, wunderbare Sinnsprüche für den Tag oder das Leben oder den Tod, egal, irgendeiner wird´s schon posten, dieses Gutgefühl für Sekundenbruchteile. Deshalb gibt es auch so viele davon.

Dauerfeuer aus der Wohlfühlflak.

Denn Denken darf nicht ablenken vom Eigentlichen. Denken macht unabhängig. Denken kann sogar frei machen. Und wer wollte sich schon freiwillig die glitzernden Ketten des Ichwillalles abstreifen? Wir kriegen doch alles. Unsere von blödbunt verkleideten Boten auf die Couch geknallten matschig-weichen Pizzen oder Fleischspieße oder Frühlingsrollen oder fetttriefende Schnitzel mit Sauce aus Plastikkübeln oder, oder … lauwarm serviert und drapiert auf schickem Styroporgeschirr.

Unsere Läppchen, Hemdchen, Schälchen, Höschen, billig und giftig zusammengestoppelt irgendwo JWD zum schnellen Strip für die anschließende und - bitteschön - baldige Entsorgung im Altkleidercontainer – fürs gute Gewissen.

 

Unseren Dekokrempel, der die Weihnachtsmärkte, Schaufenster und Köpfe überquellen lässt. Auch der muss irgendwo aus irgendwas hergestellt worden sein.

Aufstand gegen diesen Wahnsinn? Mit wem denn, bitteschön? Aufstand? Mit solchen degenerierten Pfeifen, die nur aufmucken, wenn der Akku ihres Handys sich nicht schnell genug aufladen lässt?

Die nicht einmal dann aufmucken, wenn kriminelle Autobauer ihnen Dreckschleudern als mobile Sauerstoffgeräte unterjubeln.

Aufstand? Mit solchen Typen?

Selten war mehr Notwendigkeit zum Aufstand als jetzt.

Und genauso selten war Aufstand machbar wie jetzt.

Dafür habt Ihr gesorgt, Ihr übelsten aller Dealer. Ihr habt Eure Junkies an der Leine und lasst sie nicht wieder los.

Aber, und das muss man Euch voller Bewunderung konzedieren, Ihr habt es fertiggebracht, dass sie es lieben, an Eurer Leine gehen.

An Euren Fraß habt Ihr sie gewöhnt. Sie tragen am Leib, was Ihr ihnen darauf schneidert. Sie schenken Euch freiwillig ihre intimsten Daten. Sie amüsieren sich zu Tode in Eurer Amüsiermaschinerie. Sie schrappen mit kleinstadtgroßen Kähnen vorbei an den Elendsvierteln der Welt, vollgefressen und lallend beim Kaptain`s Dinner - die Fotos vom Luxusfraß gleich online - und ein paar Münzen für die niedlichen Negerkinderlein sind selbstverständlich inklusive. 

Und mit der bunten Leine um den Hals arbeiten sie sich für Euch krumm und blöd, um danach wieder Euren Dreck fressen, Eure Lappen anziehen, Euch noch mehr Daten schenken und sich noch mehr amüsieren zu können auf immer größer werdenden Gigalinern der Meere, die pro Fahrt Berge von Dreck rauslassen - aber immer gut geschminkt und mit halbmondlosen, neonlackierten Fingernägeln.

Derweil Ihr in Euern Tempeln am Rande der Welt Euch leider nur halbtot lacht über das Konsumvieh, das Ihr so schön, so wunderbar und so nachhaltig domestiziert habt.

Wachstum in Deutschland funktioniert auch ohne Regierung. Die Zahlen sprechen Bände. Denn wer will noch ernsthaft regiert werden von dauersondierenden Dilettanten und Wortbrechern?

Das Regiment haben längst andere übernommen. Und die Ikone all dessen regiert nun mit dem verlässlichen Instinkt des Kapitals und der Schamhaftigkeit einer abgehalfterten Nutte das Capitol in Washington. Weit habt Ihr es gebracht. Ihr könnt stolz auf Euch sein, Dealerpack des Mammons!

2018? Was soll schon werden? Ihr werdet weitermachen. Wir werden weitermachen. Aufstand? Niemals! Keine guten Aussichten also? Nein. Keine guten Aussichten, sorry – und – Frohes Neues Jahr! 

 

Intrigantenklatsche mit Gastroverstand

9. November 2016

von Christoph Rösner

Ja, ja, ich höre Euch schon: `und wieder einer dieser unqualifizierten und tendenziösen Texte von Rösner zum Dauerthema Theater. (Würg) Wir können es nicht mehr lesen.`

Dann lasst es! Niemand zwingt Euch, Texte zu lesen, deren Inhalt Euch nicht interessiert. So wie niemand gezwungen ist, eine blöde Partei oder die falscheste aller falschen Intendantinnen zu wählen, ein noch blöderes Fernsehprogramm anzuschauen oder mit dem Blick aufs Display vor einen Laternenmast zu knallen.

Unsere – also die Doppelwacholder-Texte – richten sich in erster Linie an jene Menschen in Hagen, die bewusst hinschauen, die ganz bewusst teilnehmen an den zum Teil grotesken und haarsträubenden Dingen, die sich hier zutragen.

Und die Anderen? Bitteschön – weiter zappen oder klicken und sich auf der Fatzebuck-Seite „Hagener Katzenkinder stehen endlich auf“ … oder so, mal so richtig reinhängen. Wer´s braucht …

Stünde diese Stadt nur wirklich endlich auf!

Ließen sich die Hagener Grünen doch endlich nicht länger am Nasenring durch die Arena des Grauens ziehen!

Würden doch endlich die Alarmsignale wahrgenommen von all jenen, denen eine vernünftige Wahrnehmung noch zuzutrauen ist – auch wenn wir hier von Zahlen im Promille-Bereich sprechen müssen – und würden am 24. November doch all jene nach ihrem Gewissen abstimmen!

Das funktioniert und befreit ungemein, glaubt es ruhig.

Viele können es ja nicht mehr sein, weil alle irgendwie mit irgendwem verbandelt sind und mit drin hängen in dieser Politjauchegrube. Und vor allem, weil die meisten, wenn nicht alle, meinen, von dem zu erwartenden Fiasko profitieren zu können.

Die einen, weil sie vielleicht hoffen, endlich ein leidiges Thema los zu sein und ein paar Kröten für anderen Schwachsinn dazu zu bekommen.

Andere, weil sie sich vielleicht noch schämen, so tief drin zu stecken und sie spüren, dass es gewaltig müffelt und dass sie ohne Hilfe da nie wieder rauskommen, diese potentielle Hilfe aber ebenso tief drinsteckt und mitmüffelt wie sie selbst.

Apropos Scham: haben unsere Berichte über Sven Söhnchens Verhalten Sven Söhnchen selbst wohl die Schamesröte aufs Gesicht gezaubert?

Oder war es doch nur Zornesröte ob seines publizierten Fehlverhaltens?

Bei der ersten Rotvariante hätten wir noch etwas Hoffnung.

Und erinnert sich Herr Söhnchen möglicherweise noch an ein Telefonat mit Urs-Michael Theus – treue DoppelwacholderleserInnen erinnern sich an das Interview vom 8. Oktober – in dem er von Theus über Dominique Caron und seine Erfahrungen mit ihr in Eutin vor der maßgeblichen Aufsichtsratssitzung aufgeklärt wurde?

Und erinnert sich Herr Söhnchen möglicherweise auch noch an seinen eigenen Schlusssatz, mit dem er das Gespräch mit Theus beendete, den wir hier – telefonisch dem Verfasser am 5.11.2016 persönlich von Urs-Michael Theus zur Veröffentlichung freigegeben – einstellen?

„Herr Theus, dieses Gespräch hat niemals stattgefunden.“

Und ist Söhnchens einstweilige Verfügung in unheiliger Allianz mit Dominique Caron gegen den heute 75-jährigen ehemaligen Generalintendanten des Nationaltheaters Mannheim und praktizierenden Rechtsanwalt, Ulrich Schwab, die lächerliche Panikreaktion eines in die Ecke getriebenen Kommunalpolitikers, der die Grenzen seiner Kompetenzen weit über das erträgliche und gebilligte Maß überschritten hat?

Und, merkt Herr Söhnchen selbst noch, was er sich und vor allem dem Theater, dessen Aufsichtsrat er vorsteht, antut oder bereits angetan hat?

Und es darf weiter gefragt werden: wird Herr Söhnchen die gebotenen Konsequenzen ziehen? Oder steht es zu vermuten, dass er sich, Seit´ an Seit´ mit den gerade sich anbiedernden Politikkumpels, egal aus welcher Partei, neue Strategien ausdenken wird, um seine Ämter zu verteidigen?

Sie könnten folgendermaßen vorgehen, verehrter Herr Söhnchen – nur ein Vorschlag, ausgebrütet von einem völlig verquasten Schreiberhirn:

Diesem komischen Theus unterstellen Sie einfach persönliche Rachegelüste gegen Caron wegen seiner Gagengeschichte in Eutin. Über diesen tüddeligen 75-jährigen Ex-Theaterrentner Schwab streuen Sie hie und da die These von einer fortgeschrittenen Altersdemenz – soll ja bei 75-Jährigen keine Seltenheit sein. Vielleicht auch mal in den eigenen Reihen nachschauen … und Menschen aus dem privaten Umfeld Carons sollten sie grundsätzlich und von Haus aus das Allerböseste unterstellen.

Na, wär das nichts? Gleich drei Fliegen mit einer Intrigantenklatsche?

Aber klar, wär das was! Und so könnte man sich doch wunderbar zukünftiger Angriffe erwehren mit Hinweis auf deren Unzurechnungsfähigkeit auf der einen und kindischem Nachtreten auf der anderen Seite.

Und raus aus dem Schneider und weitermachen wie bisher, weil die dumpfe Hagener Mehrheit ja sowieso nichts mitbekommt? Kann man alles tun.

Man könnte sich aber auch mit Gastroverstand auf seine Arbeit als Gastronomie-Sachverständiger konzentrieren und versuchen, sich hier ehrliche Meriten zu verdienen. Nur so als Tipp. http://www.gastroverstand.de/impressum.htm

In der Türkei säßen Leute wie wir vom Doppelwacholder längst im Knast, aber hier ist eben – Gott sei Dank – nicht Türkei, und deshalb schreiben Leute wie wir solange gegen Euer unerträgliches Gebaren an, bis vielleicht der eine oder die andere die blöden Katzenbildchen wegklickt, von seinem oder ihrem Display aufblickt und mutig der Realität ins Auge schaut.

Aber Achtung! Das kann fürchterlich ins Selbige gehen.

Ach, übrigens, ich wollte immer schon mal am Ende einer Glosse einen klassischen Mafia-Satz raushauen. Heute passt er. „Liebe Leserin, lieber Leser, diese Glosse hat niemals stattgefunden.“

https://doppelwacholder.wordpress.com/category/10-rosners-hagen-glosse/

Hier finden Sie mich bzw. uns


 

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

 

02334-8147537

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Christoph Rösner